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So 2019 - Biografiearbeit im Kursana

Geschichte(n) bewahren.

 

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An einen Leitfaden für Trauerreden wagten sich Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Kursana Domizil Aurich.

Unterstützt wurden sie von Schülern einer Berufsfachschule.

Leise stimmt Martha Zeise, 92, für den jungen Mann an ihrer Seite ihr Lieblingslied an: „Ein schöner Tag“. Lächelnd erzählt sie Arne Decker, 17, von der Sternstunde ihres Lebens: Was war es für ein Glück, als ein Chor das Lied bei der Diamantenen Hochzeit für sie und ihren Mann gesungen hat. „Es war schlimm für mich, als er im vergangenen Jahr nach über 60 Ehejahren starb“, sagt sie. „Ich bin depressiv geworden. Um der Einsamkeit zu entgehen, habe ich dann selbst entschieden, in das Kursana Domizil zu ziehen.“ 

Arne Decker, Schüler der Berufsfachschule „Hauswirtschaft und Pflege“ in Aurich, hört Martha Zeise aufmerksam zu. Er macht dabei viele Notizen in einer Mappe mit dem Titel „Wer ich bin und was ich euch noch erzählen wollte“. „Ich bin erstaunt, wie offen Frau Zeise mit mir gesprochen hat“, sagt er. „Ich habe mich bisher nicht getraut, mit meiner Oma über den Tod meines Opas zu reden. Jetzt begreife ich, dass so ein Gespräch auch befreiend sein kann.“

Seit acht Jahren kooperiert das Domizil mit der Berufsfachschule und bietet Schülern im Orientierungsjahr die Möglichkeit, praktische Erfahrungen im Umgang mit Senioren zu sammeln.

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Auf Initiative von Heike Ravenschlag, 57, Leiterin der Sozialen Betreuung, wurde zum Thema Biografiearbeit jetzt erstmals ein Fragenkatalog genutzt. Sabine Häßner, 55, Direktorin des Domizils, erzählt: „Die Senioren können ihr Leben Revue passieren lassen und Frieden machen mit allem, was nicht optimal gelaufen ist“, sagt sie. „Wir haben bei der Sterbebegleitung im Haus oft erlebt, dass Menschen leichter Abschied nehmen können, wenn sie ihr Leben vorher geordnet hatten.“

„Mir war anfangs mulmig zumute“, gibt Verena Goldenstein, 18, zu. Zusammen mit Fatema Mohammad, 18, befragte sie Hannelore Müller, 82. Die drei Frauen haben viel zusammen gelacht und auch geweint, als Hannelore Müller von ihren Erlebnissen als Kriegskind berichtete. „Es tat gut, dass die beiden mir zugehört haben und ich die Last für einen Moment teilen konnte“, sagt sie.

Vom Austausch haben am Ende Jung und Alt profitiert: Den Bewohnerinnen und Bewohnern gefiel das Interesse der Jugend an ihrem Leben und die Mappen mit ihren Lebens-Geschichten hüten sie wie einen Schatz, um ihn an die Angehörigen weiterzugeben. Die Schüler haben nicht nur einen intensiven Kontakt zu den Seniorinnen und Senioren aufgebaut. Es falle ihnen jetzt auch leichter, in der eigenen Familie über das Thema Tod zu sprechen, berichtet die 18-jährige Verena Goldenstein.

Hermann Strömer, 72, sieht es gelassen, als er vergnügt reimt: „Genieße dein Leben ständig, denn du bist länger tot als lebendig.“

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